Parks und Naturschutzgebiete

Ob in den Tälern oder auf den Gipfeln der Westalpen: Ein Urlaub im Piemont ist nie nur Skifahren, Trekking und Natur, sondern ein Rundumerlebnis. Mit Gipfeln von über 4.000 Metern, wie dem Monte Rosa, dem Monviso und dem Gran-Paradiso-Massiv bietet das Piemont ein Mosaik aus 95 Schutzgebieten, in denen auch schon die jüngsten Besucher mehr über unverletzte und sich regenerierende Umgebungen erfahren können. Action und Abenteuer sind inmitten der außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenvielfalt auf der piemontesischen Seite des Nationalparks Gran Paradiso, Italiens erstem Nationalpark, der 1922 gegründet wurde, oder im Nationalpark Val Grande mit seinen steilen, tiefen Tälern, kristallklarem Wasser in von steilen Klippen umgebenen Schluchten und aufregenden Aussichten garantiert.

 

Im Nordpiemont von Park zu Park

Das nördlichste Naturschutzgebiet des Piemonts, eingebettet in die Ossolatäler, liegt im Alto Verbano: der Naturpark Alpe Veglia und Alpe Devero. Diese Oase, die sich von 1.600 bis auf 3.500 Meter erstreckt, ist mit ihrer abwechslungsreichen Beschaffenheit ideal zum Wandern und Klettern, Bergsteigen und Spazierengehen auf meist flachen Wegen, wie z. B. den 3 Naturlehrpfaden oder den Rundwegen um die Seen Lago Devero und Lago di Pojala (Alpe Devero), Lago D'Avino und Lago del Bianco in Alpe Veglia.

 

Im Naturpark Alta Valsesia können Sie das höchstgelegene Naturschutzgebiet Europas (4.559 Meter) erkunden, und die Erfahreneren unter Ihnen können – in Begleitung von Bergführern – auf 4.000 Meter zur Capanna Osservatorio Regina Margherita aufsteigen, der höchstgelegenen Schutzhütte Europas auf 4.554 Metern auf der Signalkuppe (Punta Gnifetti) im Monte-Rosa-Massiv. Sie ist im Sommer geöffnet und verfügt über eine gut ausgestattete Bibliothek und Wifi-Service. Im Inneren des Parks, in dem Gebiet, das zum UNESCO-Biosphärenreservat GeoPark gehört, können Sie auf dem Gletscherpfad die verschiedenen Phasen von Ausdehnung und Rückzug der Gletscher an der Südostseite des Monte Rosa entdecken. Auf dem Abstieg vom Valsesia in Richtung der Hügel bietet der Naturpark Monte Fenera ein Karstpanorama über einem unterirdischen Netz von Höhlen und Tunneln.

 

Im Gebiet von Biella trifft die Tradition der Textilherstellung auf eine tief verwurzelte Leidenschaft für die Umwelt: Die vom Industriellen Ermenegildo Zegna in den 1930er-Jahren geschaffene Oasi Zegna ist eine weitläufige, 100 Quadratkilometer große grüne Lunge und ein wahres, frei zugängliches Outdoor-Paradies. Das nahegelegene Naturreservat Parco della Burcina Felice Piacenza, der sich über den Hügel namens „Brich Burcina“ erstreckt, ist ein historischer Garten von außergewöhnlicher botanischem Vielfalt, der in der warmen Jahreszeit von den Düften und Farben der herrlichen Blüten, insbesondere der Rhododendren, erfüllt ist.

 

Naturspektakel in der Gegend von Turin

Nicht weit von Turin entfernt schützt der Naturpark Orsiera-Rocciavrè ein Berggebiet, in dem sich steile Täler mit Wiesen und großen Waldgebieten abwechseln. Auch im nahegelegenen Naturpark Gran Bosco di Salbertrand, einem Mischwald aus Tanne, Lärche und Zirbelkiefer, der in der Gebirgslandschaft des Piemonts einzigartig ist, dominiert das Waldgehölz. Im Chisonetal ragen die Gipfel des Naturparks Val Troncea mit 22 Wanderwegen, die zu Fuß oder zu Pferd zurückgelegt werden können, über 3.000 Meter in die Höhe. Viele Waldwege sind mit dem Fahrrad befahrbar und verwandeln sich im Winter in Loipen für Schneeschuhe und Skilanglauf. Hier lohnt sich ein Abstecher zu den Chalkopyritminen des Beth-Hügels, wo Sie die Zeugnisse der historischen Bergbautätigkeit entdecken können, die das Gebiet bis Anfang des 19. Jahrhunderts prägte.

 

Ein alternativer Ausflug außerhalb der Stadt ist der Naturpark Collina Torinese, ein grüner Rundweg, der den Po mit dem Superga-Hügel verbindet, an der Villa della Regina und der Villa Genero, dem Leopardi-Park und dem Meisino-Park vorbei und in einem weiten Radius um Turin durch Wälder und Städtchen. Insgesamt 14 Routen und ca. 70 km für Wanderungen auf Straßen, Karrenwegen und Pfaden. An der Stelle, wo sich das Turiner Gebiet zwischen Pinerolo und Saluzzo ausweitet, befindet sich der Naturpark Rocca di Cavour. Ausgestattet mit Brunnen, Bänken und Steintischen, wird er von der Rocca dominiert, der einzigartigen Felsformation, die mit ihren 162 Metern als einsamer Fels in der Ebene emporragt.

 

Alpengeist in der Gegend von Cuneo

Der Naturpark Alpi Marittime ist der größte Regionalpark des Piemonts und bildet zusammen mit dem benachbarten französischen Nationalpark Mercantour eines der größten Naturschutzgebiete Europas. Einst ein königliches Jagdrevier, bietet er ein dichtes Netz von Unterkünften und Biwaks in der üppigen und wilden Natur. Dichte Weißtannenwälder, einst in der Obhut von Kartäusermönchen, ein Höhlenlabyrinth, das die Begeisterung von Höhlenforschern weckt, Routen zum Wandern, Mountainbiken oder Reiten im nahe gelegenen Naturpark Alta Val Pesio und Tanaro. Wer mehrtägige Wanderungen liebt, kann von Pian delle Gorre aus teilweise über die Route der GTA (Grande Traversata Alpina) und der Alta Via dei Monti Liguri Ventimiglia erreichen, vorbei an den bedeutendsten Gipfels der Gegend: vom Marguareis bis zum Monte Saccarello, Monte Toraggio und Pietravecchia.

 

Entdecken Sie den Naturpark Monviso, das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat Italiens, das in das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ aufgenommen wurde: Vom Trekking für erfahrene Wanderer, wie die mehrtägige Schleife des Giro di Viso mit Aufstieg zum Buco di Viso, bis zu großen Klassikern, die nicht weniger aufregend, jedoch einfacher sind, wie die Wanderung zum Pian del Re an der Quelle des Flusses Po, der Sentiero delle Ochette - 14 km zu Fuß oder mit dem Fahrrad zwischen Moretta, Cardè und Villafranca - und die Rundwanderung Giro dei Laghi del Monviso, dessen Varianten auch für Familien mit Kindern geeignet sind, die an das Wandern in den Bergen gewöhnt sind. Weiter unten im Tal befinden sich zwei barocke Kleinode: das Schloss Govone und das Schloss Racconigi (von der UNESCO anerkannte Residenzen des Königshauses Savoyen) mit seinem großen Park und dem nahe gelegenen Merlino-Wald, eine 20 Kilometer lange, fast völlig ebene Strecke zwischen Racconigi (wo man das LIPU-Zentrum für Störche und Entenvögel besuchen kann), Carmagnola und Caramagna Piemonte. Ringsum die einmalige Artenvielfalt der okzitanischen Täler und im Val Varaita der Alevè-Wald, eine verwunschene Welt, in der man im größten reinen Zirbelkieferwald Italiens zwischen tausendjährigen Exemplaren dieser Spezies spazieren gehen kann: ein ökologisches Unikum zwischen Casteldelfino, Pontechianale und Sampeyre. Von Pontechianale ist es nur ein kurzer Weg zum hübschen Weiler Chianale, mit seinen Schieferhäuschen mit blühenden Balkonen, den gepflasterten Gassen und der Steinbrücke, die das Herzstück dieses historischen Alpendorfs okzitanischer Kultur ist, das heute zu den „schönsten Orten Italiens“ im Piemont gehört. Von hier aus beginnt ausschließlich im Sommer die Herausforderung für die wagemutigsten Biker bis zum Colle dell'Agnello (auf 2.748 m), mit Abfahrt auf der französischen Seite (Strecke auch mit dem Auto befahrbar).